Die Natur ist unser Jungbrunnen, morden wir sie, so begehen wir Selbstmord.
(Hermann Löns, 1910)

 

Naturschutz und Jagd

Nachhaltige Jagd ist ohne eine intakte, artenreiche Natur unmöglich.

Deshalb fördern wir den Natur- und Artenschutz, indem wir z.B. Biotope hegen, in Zusammenarbeit mit Landwirten Rückzugsmöglichkeiten und Äsungsflächen für das Wild schaffen, Nisthilfen und Fledermauskästen anfertigen und aufhängen.

Darüber hinaus übernehmen die Jäger eine große Verantwortung für das Wild selbst. Jedes Jahr werden zahlreiche Rehkitze und anderes Jungwild von Jägern und vielen Helfern durch intensives Suchen in Wiesen vor dem Mähtod bewahrt.

Die von uns geschaffenen Flächen sind für das Wild sehr wichtig: in unserer intensiv genutzten Landschaft bieten Wildäcker, Hecken, Büsche, Kräuter und Blütenpflanzen dem Wild sowie zahlreichen seltenen Reptilienarten, Vögeln und Insekten einen Lebensraum.

 

 

Blühstreifen zeigen Wirkung

Jedes Jahr säen Landwirte auf ihren Flächen Blühstreifen an, um Insekten, Vögeln und anderen Tieren Nahrung und Unterschlupf zu bieten. Dass dieses wirklich funktioniert, konnte unser Hegeringleiter und Landwirt Thorsten Reinecke kürzlich selbst erleben: Im Blühstreifen einer seiner Flächen gab eine flüchtende Rebhuhnhenne den Blick auf ihr stolzes Gelege frei. Damit sie ihre Familiengründung von zwei- und vierbeinigen Feinden ungestört fortsetzen, kann stellte Thorsten Reinecke zum Schutz einen Zaun um das Gelege herum auf.

 

Sehr fleißig war die Rebhuhnhenne

 

Geschützt vor Tieren und Maschinen sollte der erfolgreichen Gründung einer Kette nichts im Wege stehen

 

Und sie haben es alle geschafft: Diese Aufnahme vom 10. Oktober zeigt eine Kette mit insgesamt 16 Rebhühner

 

 

Der Mai ist gekommen: Leid des Wildes vermeiden

Wer in diesen Tagen im Revier ist, um Böcke zu bestätigen, dem fällt unweigerlich auf, dass demnächst neben dem 1. Mai noch ein weiteres Großereignis ansteht: Denn schon jetzt tragen die Ricken teils beachtlich dicke Bäuche und werden in einigen Wochen ihre Kitze setzen. Ebenso in Vorbereitung befindet sich in den nächsten Monaten aber auch die Landwirtschaft, um wertvolle Lebenmittel und hochwertiges Futter zu erzeugen. Sonst gut aufeinander abgestimmt, kommt es zwischen Rehwild und der landwirtschaftlichen Futtererzeugung jedes Jahr im Mai zu unschönen Zwischenfällen.

Der Kombi Drohne + Wärmebildkamera entgeht nichts! (Bild: Thomas)

Um den Mahdtod von Kitzen zu vermeiden, bietet Simon Thomas aus dem Landkreis Celle an, Flächen mit einer Drohne mit Wärmebildtechnik kostenlos -ggf. gegen eine kleine Spende- zu überfliegen.

Wenn auch Sie Ihre Kitze vor diesem Leid bewahren wollen, finden Sie wertvolle Informationen hier.

 

 

Jäger initiieren Rehkitzrettung

Vielerorts steht der erste Grünlandschnitt an oder ist bereits erfolgt. Jedes Jahr kollidieren die Interessen von Landwirten und Rehwild um das frische Grün oft mit tödlichem Ausgang. Das Problem: Die Ricken legen ihre Kitze im hohen Gras ab und suchen diese nur alle paar Stunden zum Säugen wieder auf. Das Kitz vertraut auf seine Tarnung und wartet brav auf seine Mama, selbst wenn Feinde nähern. Genau dort liegt das Problem. In dem hohen Gras kann der Landwirt das Kitz bei Mäharbeiten bei bestem Willen nicht entdecken und das Kitz flüchtet –wenn überhaupt- erst in letzter Sekunde.

Um das Unglück des Mähtodes abzuwenden, gehen Jäger vor dem Einsatz des Mähwerkes die Wiesen ab, um Rehkitze aus der gefährdeten Fläche herauszutragen. Unterstützung erhalten die Jäger ebenfalls von Dorfbewohnern und Landwirten, die sich an den Kitzrettungsaktionen gerne beteiligen. In Becklingen wird dieses besonders erfolgreich umgesetzt: Dem Aufruf in der Dorf-WhatsApp folgen viele Freiwillige. Vielleicht ja ein Konzept, das der ein oder andere Jäger kopieren möchte...

Wo ist es denn?! Auch dieses Kitz vertraut gefährlicher Weise auf seine Tarnung

 

Gefunden und gerettet! Dieses Kitz hat Glück gehabt!

 

Kann der Hegering Bergen einen Beitrag zur Steigerung der Geburtenrate leisten?

Vielleicht ist dieses Ziel ein wenig weit gegriffen. Fakt ist aber, dass der Hegering erneut einen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz leistet.

Anfang März baute unser Obmann für Naturschutz, Michel Pfennig, mit Hilfe von Henning Timme und Familie Reinecke ein Storchennest, welches seinen Standort in Widdernhausen fand.
Wir sind neugierig, ob Meister Adebar unser Angebot des schlüsselfertigen Hauses annimmt und drücken die Daumen.

Henning Timme und Michel Pfennig binden die Weiden- und Haseläste zu einem Nest

 

Thorsten Reinecke mit dem knapp 9 m langen Masten, der das Nest tragen wird

 

Mieter gesucht: Hochliegendes Loft aus Hasel und Weide mit einzigartigem Panoramablick

 

"Rehdisco" soll vor Wildunfällen schützen

Nach wie vor gibt es immer noch zu viele unbeabsichtigte Kontakte zwischen Wild und Autofahrern, die den Menschen physische und psychische Schäden zuführen und für das Wild Schock, Qual oder den Tot bedeuten.

So leider auch in unserem Hegering: An der Strecke zwischen Bergen und Belsen ereigneten sich die letzten Jahre jährlich ca. 10 -12 Wildunfälle. Damit soll jetzt Schluss sein. Um diesem Unglück einen Riegel vorzuschieben, erhielt der Revierinhaber Karl-Jürgen Müller 30 Multi-Wildschutz-Warner. Das sind Wildreflektoren der neuesten Generation, die das Wild besonders effektiv davon abhalten sollen, die Straße zu überqueren, wenn ein Auto naht. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Licht in einem breiten Farbspektrum reflektieren und eine spezielle Wabenstruktur bricht das Licht so, dass ein leichtes Flackern entsteht. Der Nachteil an diesen „bunten, flackernden“ Reflektoren ist mit knapp 11 € jedoch der Preis. Mit Unterstützung von Kirsten Lühmann, dem Hegering Bergen und der Initiative von Heinz Schümer konnten nun aber diese Reflektoren angeschafft und werden an dem Hot Spot der Wildunfälle zwischen Bergen und Belsen erprobt.

Um auf Seiten von Mensch und Wild noch mehr Leid vermeiden zu können, setzt sich Heinz Schümer dafür ein, dass Revierinhaber bei der Anschaffung von Reflektoren unterstützt werden. Dieses konnte er bislang durch Spenden in zahlreichen Fällen realisieren. Wenn auch Sie Leid vermeiden wollen, ist Ihre Spende herzlich willkommen. Jede (auch kleine) Spende zählt: Denn jeder Reflektor macht die Straße und damit auch die eigene Autofahrt etwas sicherer.

(Spenden bitte an die Verkehrswacht Celle, IBAN DE64 2575 0001 0000 003137, Betreff: Blaue Reflektoren)

Schluss mit Wildunfällen! Heinz Schümer (Verfechter der Wildreflektoren), Karl-Jürgen Müller (Revierpächter) und Karl-Hinrich Mayer (Hegeringleiter) bringen einen Multi-Wildschutz-Warner an (v.l.n.r.)

 Kirsten Lühmann unterstützte nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei der Anbringung der Reflektoren

 

„Becklinger Moor“

In unserem Hegering befindet sich das Naturschutzgebiet „Becklinger Moor“

Das Große Moor bei Becklingen wurde seit den 1960er Jahren intensiv entwässert, um die Moorflächen landwirtschaftlich nutzbar zu machen. 1985 wurde es zur Bewahrung der letzten naturnahen Moorflächen zum Naturschutzgebiet erklärt. Seit 2006 laufen die Renaturierung und Wiedervernässung der Flächen.

Eine Moorrenaturierung in dieser Größenordnung hat einen hohen Informations- und Erlebniswert. Daher wurde 2013 im Rahmen des Projektes "Natur erleben" ein Aussichtsturm errichtet, der nach dem Wietzendorfer Moorschützer Heinrich Eggers benannt wurde. Dieser wird so für seinen langjährigen Einsatz zum Schutz des Moores gewürdigt. Der Turm ist für jeden frei zugänglich, der Flora und Fauna bestaunen möchte. Zusätzlich informieren vor Ort vier Informationstafeln über das Gebiet und erklären das Projekt.